Ökumenische Vernetzungsinitiative kritisiert EKD-Friedensdenkschrift

Die Ökumenische Vernetzungsinitiative Casa Comun (ÖVI), in der sich auch Kairos Europa engagiert,  hat sich im Blick auf die Diskussion um die sogenannte Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland zu Wort gemeldet. In der Erklärung aus den Reihen der ÖVI wird die EKD-Denkschrift dafür kritisiert, trotz des immer unübersehbareren Zusammenhangs von gewaltsamen Konflikten einerseits  und der „imperialen Lebensweise“ andererseits die Dimension der ökonomisch-strukturellen Triebfedern aktueller Kriege sträflich zu vernachlässigen: „Eine überzeugende friedenspolitische Position darf sich nicht um die hintergründigen Ursachen der Kriege drücken, sondern muss in ihnen die Logiken ökonomischer Interessen, die den Reichtum der einen zum Preis des Elends der anderen wahren wollen, ebenso aufdecken wie politische Interessen der Absicherung eigener Macht und eigenen Wohlstands“. 

Zudem wirft die ÖVI-Wortmeldung der EKD die weitgehende friedensethische Entkernung des Leitbilds vom Gerechten Frieden vor: „Statt eines hofprophetischen Heilsglaubens an Aufrüstung sowie der Annahme der Alternativlosigkeit des Militärischen in einer `unerlösten Welt´ braucht es unbedingt eine Rückbesinnung auf das kritische Potenzial des biblischen Friedenszeugnisses. Jesus hat auch nicht gewartet, bis das römische Weltreich nicht mehr von einem eroberungswütigen Siegfrieden geprägt war: Er hat dem Geist Gottes hier und jetzt Raum verschafft, und zwar unbedingt heilend und rettend, reintegrierend und neu ausrichtend. Daran gilt es festzuhalten!“. 

Lesen Sie hier den gesamten Wortlaut der Erklärung.

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